NICKEL FENSTER

seit 1899


Nickel-Produkte sind weltweit gefragt


Weißwasser. Armin Knab löst Gottfried Haberhausen als neuer Inhaber der Nickel-Fenster GmbH in Weißwasser ab. Von Gabi Nitsche
Artikel der R Online vom 18.7.2018

Die Nickel-Fenster GmbH hat einen neuen Eigentümer. Es ist der Mittfünfziger Armin Knab, der im Schwäbischen aufgewachsen ist und im Kreis Esslingen lebt. Jahrelang habe er in verschiedenen Unternehmen deutschlandweit agiert. „Ich wollte mich selbstständig machen, und die Firma Nickel passt in mein Beuteschema“, sagt er.

aknab nf0718Armin Knab, der neue Inhaber und Geschäftsführer von Nickel Fenster GmbH in Weißwasser, mit einem Prototyp einer halbrunden Schiebetür. Foto Joachim Rehle
Weißwasser. Armin Knab löst Gottfried Haberhausen als neuer Inhaber der Nickel-Fenster GmbH in Weißwasser ab. Von Gabi Nitsche

Die Nickel-Fenster GmbH hat einen neuen Eigentümer. Es ist der Mittfünfziger Armin Knab, der im Schwäbischen aufgewachsen ist und im Kreis Esslingen lebt. Jahrelang habe er in verschiedenen Unternehmen deutschlandweit agiert. „Ich wollte mich selbstständig machen, und die Firma Nickel passt in mein Beuteschema“, sagt er.
 
Anfangs nahm er an, dass das mittelständische Unternehmen seinen Sitz in Leipzig hat. „Weißwasser gefällt mir sehr gut. Hier wird produziert und in Leipzig, Dresden und Berlin erfolgt mehr der Verkauf.“ Armin Knab sei überrascht, dass viele Menschen in den Jahren nach der Wende abgewandert sind und es schwierig ist, Mitarbeiter zu finden.

Knab, der nicht aus der Branche komme, ist dankbar, dass Gottfried Haberhausen noch beratend an seiner Seite ist. Der 67-Jährige hatte Nickel-Fenster nach der Firmeninsolvenz 2007 übernommen und seither erfolgreich geführt. „Irgendwann musste ich die Entscheidung treffen und Weichen stellen für die Unternehmensnachfolge, damit Nickel-Fenster erfolgreich weitergeführt wird.“ Da Haberhausens Tochter Ärztin ist, sei nur eine außerfamiliäre Lösung infrage gekommen. „Wir haben uns Zeit gelassen und nicht den Erstbesten genommen“, berichtet der Leipziger und betont: „Ich denke, dass wir die Weichen für die Zukunft stellen konnten.“
 
gHaberhausen1907Gottfried Haberhausen (67) hat die Firma Fenster Nickel GmbH Weißwasser 2007 nach der Insolvenz erworben und seither die Geschäfte geführt. Jetzt hat er das mittelständische Unternehmen abgegeben. Die Nachfolge hat der Leipziger langfristig im Visier gehabt. Foto: Joachim Rehle

Gottfried Haberhausen war es immer wichtig, keinen Hirngespinsten nachzujagen, sagt er. „Schritt für Schritt sind wir unseren Weg gegangen und haben investiert, was wir uns leisten konnten. Deswegen haben uns die rund zwölf Jahre Erfolg gebracht.“

Er sei verdammt stolz darauf, dass all die Jahre die Mitarbeiter immer pünktlich jeden Monat ihr Geld erhielten. Seit 1996 war er in unterschiedlicher Verantwortung im Unternehmen tätig. 2005 setzte ihn der damalige Insolvenzverwalter als Betriebsleiter ein. Welches Tempo die damals 34 Mitarbeiter an den Tag legten, wie hoch motiviert diese waren und Produkte in hoher Qualität fertigten, nötigte ihm schon damals Anerkennung ab. Er sprach 2006 von einer Erfolgsgeschichte, die sich zeigte, obwohl Nickel-Fenster lebendig begraben worden waren.

Fenster aus Weißwasser zierten damals schon solche geschichtsträchtigen Gebäude wie das Festspielhaus in Dresden, die Villa Ottilie in Berlin-Wilmersdorf oder große Wohnanlagen in Leipzig. Die Mitarbeiterzahl wuchs. Der Insolvenzplan ging auf. Im November 2007 wurde Haberhausen neuer Gesellschafter und Geschäftsführer. Damals nahm er sich mit seinem Team einen künftigen Umsatz von über fünf Millionen Euro vor pro Jahr.

Große Objekte, oft unter Denkmalschutz stehend, forderten die Belegschaft heraus. Die Auftraggeber kamen aus Deutschland, Österreich und anderen Ländern. Die Weißwasseraner sorgten in jedem Fall für den richtigen Durchblick, sprich Fenster. Die RUNDSCHAU berichtete von Einfamilienhäusern in England, die mit hiesigen Erzeugnissen ausgestattet wurden, genauso wie „made in germany“ in Dubai gefragt war, in Spanien und eigentlich in ganz Europa.

Im Jahr 2010 erhielt Nickel-Fenster den dritten Großauftrag für historische Gebäude in Sachsens Hauptstadt – Fenster für den Dresdener Zwinger. Prachtvillen in San Diego in den USA zieren Fenster der Nickelaner. Gottfried Haberhausen erinnert sich gern an den Ausgangspunkt: „Eine US-Familie war in Dresden und übernachtete im Taschenberg-Palais. Zurück in den USA wollte sie unbedingt solche Fenster in ihrem Haus.“ Deutsche, die dort eine Firma haben, sollten das bewerkstelligen. „Sie ließen die Fenster in Italien herstellen, aber die gefielen der Familie gar nicht. Dann kamen wir ins Spiel, und seither statten wir jedes Jahr einige Villen mit unseren Fenstern aus“, freut sich Gottfried Haberhausen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Armin Knab spricht von Holz-Aluminium Fenstern, die gerade für einen weiteren Prachtbau unter kalifornischer Sonne hergestellt wurden sowie von einer drei Meter hohen halbrunden Glasschiebetür. „Die ist so gefertigt, dass ihr auch die Witterung unmittelbar am Atlantik, also die feuchte Meeresluft, nichts anhaben kann“, erklärt der Neue. Ein Mitarbeiter werde den Einbau vor Ort beaufsichtigen. Auch im französischen St. Tropez habe Nickel-Fenster derzeit zwei Baustellen.

Aktuell beschäftigt der mittelständische Betrieb in Weißwasser 65 Mitarbeiter, darunter sieben Auszubildende. Vergangenes Jahr steht ein Umsatz von mehr als sieben Millionen Euro zu Buche. „2018 steht vorne bestimmt eine acht“, schätzt Haberhausen ein.

Ob Deutschland, USA, Österreich, Schweiz und andere – „die Nachfragen nach unseren Produkten sind viel größer als unsere Kapazität. Wir sind dabei, diese zu erhöhen“, kündigt Armin Knab an und betont: „Ein starkes Kriterium am Markt ist der Preis. Wir müssen also wettbewerbsfähig sein. Das wollen wir mit spezialisierten Produkten erreichen und indem wir effizienter produzieren.“ Er nennt das Stichwort Wirtschaft 4.0. Haberhausen ist überzeugt, dass dafür eine gute Basis geschaffen wurde: „Wir haben in eine neue Fertigungshalle investiert. Weitere Veränderungen folgen, sodass die Automatisierung voranschreitet. Und wir haben neue Produkte im Brandschutz- und Sicherheitsbereich kreiert. Das Unternehmen Nickel ist ab 2019 ausgerichtet auf Spezialprodukte als weiteres Standbein.“ Man kooperiere schon mit zwei Firmen in Thüringen beziehungsweise Polen. „Doch die vielen Aufträge sind noch nicht einmal mit diesen beiden zu schaffen. Das Ziel ist es, mehr Personal einstellen und in zwei bis drei Schichten arbeiten.“

Ob das gelingt, weiß der scheidende Chef nicht. Aber alle Möglichkeiten sollen genutzt werden. Ob es der Rückkehrertag in Weißwasser war und ist oder die „Nachtschicht“. Die soll es am 2. November geben und bei der stellen sich in Weißwasser ansässige Firmen vor, informiert Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) Armin Knab und Gottfried Haberhausen, die am Montag bei ihm im Rathaus weilten. Mit dabei war auch Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf. Der OB und er würdigten das soziale Engagement von Gottfried Haberhausen in all den Jahren. Stifter für den Ehrenamtspreis sein, ist nur eins von vielen Beispielen.
 
English (UK)Deutsch (de)russischspanisch (es)
Reg.-Nr. 101.001571


Wir sind vorbildlicher
Ausbildungsbetrieb
im Handwerk

ausbildung top.fw

 

Mehr erfahren >>

AnerkPP normal hell.fw200.fw

 



RAL Holz Montage 127



Wir sind Partner von Roto Quadro Safe
roto quadro safe




crefo zert2018